Beim Fruehstueck im Hostel werden wir doch tatsaechlich gefragt, ob wir die vier Kalifornier seien! Die vier haben es offensichtlich in wenigen Tagen zu einer Trail-Legende geschafft!
Das Essen im Hostel ist auf jeden Fall einer Erfahrung! Wenn es kostenlos ist, isst man halt auch Zeug was man nicht essen sollte! Das kleine Fruehstuecksbuffet ist sehr ueberschaulich. Es gibt praktisch nur Fett und Zucker. Dafuer stehen alle Wanderer eine gefuehlte viertel Stunde an. Ich habe es fast geschafft! Nur noch zwei junge Japanerinnen vor mir. Sie streichen sich extrem umstaendlich Marmelade auf das Toastbrot, direkt hier am Buffet. Die kleinere der beiden, bringt dabei das Kunststuck fertig, das auf dem Teller liegende Toastbrot erst mit Butter und dann mit Marmelade zu bestreichen, obwohl sie keinen Platz hat den Teller abzustellen. Dazu baumelt um den Arm, mit dem sie den Teller haellt, ein Foen, der am Stromkabel locker um ihren Arm gewickelt ist. Es haengen jede Menge Haare dran, die sich mit jedem Schwung ihres Armes das ganze Buffet genauer ansehen. Guten Appetiet! Jetzt sind wir gestaerkt. Wir packen und checken aus, geben unsere Rucksaecke aber untem im Keller zur Aufbewahrung ab. Schliesslich bleibt noch etwas Zeit sich Victoria anzusehen.
wann ist wieder Flut?
ein Wasserflugzeug fliegt/schwimmt zum Hafen
Ralf hat noch Platz im Handgepaeck
Und wir haben keine Wanderstoecke dabei!
Verfolgen die uns?
Das Kanadische Parlamentsgebaeude
Eine Feier wird vorbereitet
Schnell wird klar: die Stadt veranstaltet ein Fest uns zu ehren! Die Helden vom West Coast Trail werden gefeiert! Es ist uns fast ein wenig peinlich, aber verdient haben wir uns das.
Die Feuerwehr hisst die Flaggen
Es geht los: eine Motorradstaffel
eine Musikkapelle marschiert ein
einer am Schlagzeug
und jede Menge Dudelsaecke
es wird laut
alle wollen uns die Hand geben und uns bestaunen
selbst Scarlett Johansson will uns sehen
nur er hier findet die Polizeiautos interessanter
Ein Festumzug zu unser Ehren! Nur den Gleichschritt muessen sie noch etwas ueben ;)
wir duerfen uns sogar selber ein Eis kaufen, so toll finden die uns hier
Leider muessen wir die Party nun verlassen, denn unser Heimflug steht an. Am FLughafen sehen wir nochmal Mr. White. Vermutlich hat er genug Geld am Trail gewaschen und setzt sich mit einer Geliebten nach Mexiko ab.
Flug nach Seattle
In Seattle man uns dann wiederwillig wieder in die USA einreisen. Auch dieses Hindernis haben wir ueberstanden. Das Abenteuer ist vorbei. Es dauert ungefaehr eine Woche und wir ueberlegen schon was wir das naechste Mal machen. Fortsetzung folgt 2018...this is not the END!
Die letzte Nacht in der Wildnis habe ich nun das erste Mal durchgeschlafen! Wir haben jetzt 8 Tage keine Dusche mehr gesehen und freuen uns darauf, uns im Hotel mal richtig zu waschen und auch saubere Sachen anzuziehen.
Zum Abschluss bekommen wir einen schoenen Sonnenaufgang.
Port Renfrew im Morgennebel
Trasher Cove erwacht
Das letzte Stueck der Wanderung steht an. Glaubt man den vier Kaliforniern, ist auch dieses Stueck nicht ganz ohne. Es habe wohl Leute gegeben, die von Sueden aus startend, gleich die erste Leiter runter gefallen sind. Wir nehmen uns vor, uns nochmal voll zu konzentrieren um die letzten 6 Stunden auch noch zu ueberstehen. Waehrend wir das Fruehstueck vorbereiten verabschieden wir uns von dem Kanadischen Paerchen, welches wir beim Krabbenkiller trafen. Das letzten Tuetenfruehstueck steht gerade an, als es irgendwie unruhig wird am Campground. Wir schauen was los ist und sehen das Paerchen voll bepackt wieder zum Strand laufen. Wir fragen was los ist und warum sie zurueck gekommen sind. Da meinen sie, sie waeren bereits die erste Treppe hoch geklettert und wollten gerade auf die zweite steigen, als sie jemanden dort die Treppe runter steigen sahen, der kein Permit hatte.
Gemeiner West Coast Trail Baer
Leider war der Baer vom Strand aus nicht zu sehen. So, konnte ich kein Foto machen. Alle zogen sich von den Leitern und dem Bereich um die Leitern zurueck um zu warten, ob er bis ganz runter kaeme. Nur ein Wanderer sass gerade auf Klo und blieb dort auch lieber zu Sicherheit.
Ein Outhouse - ein Hauch von Luxus auf dem West Coast Trail
Waehrend ein Homo Sapiens sich auf dem Tron verbarrikadierte, begannen die anderen Wild zu schreien und Steine und Stoecke nach dem armen Kuenstler zu werfen. Der Erfolg blieb aus, der Baere kletterte die Leiter nicht wieder hinauf sondern versuchte zwischen Steilwand und Zelten die Flucht anzutreten. Ich nun mit meiner Kamera bewaffnet hinter ihm her. Ich musste nicht wirklich Angst haben, denn Christian stand mir zur Seite und so folgten wir dem Ungeheuer gemeinsam. Wir hofften dabei nicht von irgendwelchen Steinen getroffen zu werden. Jedenfalls kamen wir Meister Petz schon recht bald Nahe genug um wenigstens zwei, leider etwas verwackelte Bilder zu machen.
Der Zirkusbaer
So ganz wohl war mir dann doch nicht und deshalb sah ich mich um, ob Wachmann Christian noch in der Naehe war, um den Baer im Notfall niederzuringen. Ich dreh mich also um und schaue was Christian so treibt und staune dann doch etwas, als ich ihn mit einer offenen Tuete mit aufgekochtem, duftendem Fruehstuecksbrei dastehen sehe, statt mit einem grossen Knueppel und einem Stein. Als ich Christian an die Rangerin erinnere, die dringend davor gewarnt hat auch nur in der Naehe der Zelte zu essen, stellt auch er erstaunt fest, was er da in der Hand hat.
Der groesste Baer, den wir auf dem West Coast Trail gesehen haben
Ja, je laenger die Reise her ist, und je oefter wir von unserem Erlebnissen erzaehlen, desto groesser und gefaehrlicher wird der Baer! Deshalb kann ich mit ruhigem Gewissen behaupten, dass er mindestens so gross war wie ein Elefant! Und wirklich gefaehrlich hat er sich verhalten, waehrend die Wandere schreien und Steine nach im werfen, frisst er voellig unbeeindruckt ein paar Blaetter vom Busch. Das muss besonders eine aeltere Dame vom Ende des Campingplatzes so entsetzt haben, dass mehrere andere Wanderer sie davon abbringen mussten, weiter das arme Tier anzuschreien. Es war als haette sie selbst einen Stein an den Kopf bekommen. Tierischer als der Baer.
Irgendwann war er dann weg und auch wir konnten die Reise uber die Leiter - in die andere Richtung - antreten. Der Weg war recht muehsam, aber nicht so brutal wie von vielen behauptet. Es gab mehr Stellen als sonst, wo man auch mal ueber schroffes und nasses Gestein laufen musste. Ansonsten eher nicht so spannend, das ganz suedliche Ende.
ein altes Stahlseil, fest gehalten von kraeftigen Baeumen
Das Seil muss schon eine Weile hier sein
Wir passieren noch die hoechste Stelle des Trails (siehe Karte), sonst passiert nix mehr Erwaehnenswertes, ausser das ich mir doch noch eine kleiner Verletzung auf den letzten Kilometer zuziehe. Ein abgesaegter Ast, hinter ein paar Blaettern versteckt trifft mich an der Schulter.
Ralf hat zu viel Kraft und schmeisst deshalb ein paar Baeume um
Irgendwann erreichen wir dann die allerletzte Leiter, von der angeblich schon einige Leute runtergefallen sind.
die letzte Leiter - noch 20m nach unten bis zur Faehre
Frank T. am Ende des Trails
Und Ralf? Hat es Spass gemacht?
Wir haben es geschafft!
Gemeiner West Coast Trail Frosch
Tag 8 - 77 km geschafft
Faehre nach Port Renfrew
jeder Platz besetzt
Das Rettungsboat an der Rangerstation
Noch waehrend wir auf den Bus warten, wird das Ding von zwei Rangern zum Einsatz gefahren.
die Bushaltestelle ist direkt am Rangeroffice
da wir noch Zeit haben, bis der Bus kommt gehen wir zum Strand und schauen den erfolglosen Anglern zu
warten auf den Bus
der Bus ist da, nun aber zurueck nach Victoria, die Dusche wartet seit 8 Tagen auf uns
Blick aus dem Busfenster. So sieht es also in der "Zivilisation" aus
Bier und Pizza gibt es nach 8 Tagen Trockenfutter
Da liegen Port Renfrew und Victoria
Wir landen wieder im gleichen Hostel, holen uns diesmal aber den kostenlosen Cocktail. Das Zimmer mit Blick zur Katze ist schon weg, aber das eine Etage drueber bekommen wir. Zurueck nach Portland geht es erst morgen Nachmittag, so bleibt uns morgen nochmal ein halber Tag in Victoria.
Diese Nacht war es irgendwie mal nicht ganz so kalt wie sonst. Vielleicht haben die paar Meter Entfernung zum Strand geholfen. Gut geschlafen habe ich trotzdem nicht. Mal sehen ob die vier Kalifornier wirklich schon weg sind und den Weg die Kueste entlang genommen haben.
Voellig erholt nach 6 Tagen West Coast Trail
Die Kalifornier sind noch da. Caveman schlaeft noch, mit offenem Zelt, wie ein Baby. Wir fruehstuecken und laufen ohne Gepaeck ueber den weiter abnehmenden Fluss Richtung Strand.
Morgenspaziergang ohne Rucksack. Im Hintergrund die Olympische Halbinsel.
Das Blowhole funktioniert noch.
Der heutige Abschnitt beginnt mit einer Seilbahnfahrt
Mit der letzten Seilbahn ueber den Camper Creek, bzw. das was noch davon uebrig ist
Ralf kaempft sich ueber den Camper Creek
Blick vom Wald-Trail runter zum Coast-Trail. Da kann man angeblich langlaufen.
Ralf geniesst seinen Urlaub
Am Kilometer 65 ueberlegen wir, ob die Flut schon zu hoch ist, um wenigsten von Einstiegspunkt A bis B zu laufen (siehe Karte). Ein paar Wanderer kommen uns entgegen und meinen das sollte zu machen sein. Wir klettern also runter zum Coast-Trail. Es ist super Wetter und es ist eindeutig noch Ebbe. Ein Blick nach Sueden zeigt aber schon in geringer Entfernung einen Felsvorsprung, zu dem sich die Brandung schon hinkaempft. Die freigelegten Felsplatten sind sehr flach ansteigend, es geht sicher schnell bis das Wasser wieder an der Felswand ist. Wir muessen uns also beeilen. Kaum mache ich den ersten Schritt auf die Felsplatte, so haut es mich schon fast der Laenge nach hin. Die Steine sind unglaublich glatt. Ich kann mich gerade noch halten - dank der Wanderstoecke!
Schoen glatt! Ein Ort fuer herausspringende Kniescheiben
Ich versuche es noch ein Mal, diesmall ganz vorsichtig denn ich weiss ja nun dass es glatt ist. Ich drehe sofort wieder schreiend eine Pirouette. Die Aufmerksamkeit alle in der Naehe befindlichen Wanderer gehoert mir. Nun kommt Christian. Ich warne ihn, doch auch ihn legt es fast hin. Wir suchen nun nach Stellen mit mehr Grip und laufen Richtung Felsvorsprung, wo ab und zu schon eine kleine Welle ihren Weg bis an den Rand findet.Schnell, aber vorsichtig muessen wir weiter. So kurz vor Schluss wollen wir nicht mehr im Krankenhaus landen!
noch rechtzeitig um den Felsvorsprung. Man sieht an der Wand wie hoch das Wasser hier bei Flut kommt.
Ralf sucht trockene Steine und einen sicheren Pfad ueber die Steinplatten
Christian und Frank T. haben es auch um den Felsvorsprung geschafft
Chrisitan balanciert mit geradezu katzenartiger Anmut die Kueste entlang
Muscheln auf dem Wanderweg
Surge Channels - da will man nicht rein fallen
dieser Bereich ist mit einer "Very Dangerous Slope" in der Karte markiert
Geschafft!
Zeit was zu essen und die Sonne zu geniessen bevor wir wieder in den Wald muessen.
Der Rest des Weges ist wieder recht brutal. Es ist schwierig Bilder zu machen, da man beide Haende braucht um sich irgendwo festzuklammern oder die Stoecke zu benutzen. Hatte isch schon erwaehnt, dass das ein guter, zufaelliger Kauf war? Es geht ueber viele Wurzeln und Baumstaemme, durch Schlammloecher und ueber umgefallene, als Bruecken zu nutzende Baumstaemme. Man muss immer wieder abschaetzen, ob man das Risiko eingeht auf einem glatten Baum zu balancieren oder sich lieber ueber Wurzeln und durch Schlamm kaempft. Christian waehlt meistens die Baeume um sein Knie zu schonen. Frank T. waehlt meistens die Wurzeln und Ralf flucht die ganze Zeit.
Trinkwasser nachladen
Zeit zu pruefen, wie es uns so geht am Tag 7. Ralf geniesst seinen Urlaub.
eine der wenigen intakten Bruecken heute
Christian geniesst auch seinen Urlaub
Frank T. kaempft sich ueber Baeume und Wurzeln
rutschige Baueme, trotz quaer genagelter Bretter
Ralf staunt, denn es gibt Baeume in diesem Wald
Pfuetzen auf dem verrotteten Baumstamm.
Kniefreundliche Abstiege
irgendwer hat hier seinen Muellbeutel entlerrt!
Es wird langsam dunkel.
Es kann eigentlich nicht mehr weit sein, bis km 70, wo es nochmal einen Kilometer hinunter zum Zeltplatz geht. Wir laufen und klettern und laufen. Jeder konzentriert sich auf den naechsten Schritt. Es ist ruhig im Wald. Man kann nicht weit sehen. Es geht es um oder unter umgestuerzten Baeumen lang. Ich lauf gerade vorn, als ploetzlich ein grimmiges bruellen erklingt. Ich drehe mich erschrocken um und hoffe, das Ralf nur einen Spass gemacht hat. Der sieht aber genauso bleich aus und dreht sich zu Christian um, weil er hofft Christian hat nur einen Spass gemacht, obwohl das Geraeusch irgendwie nicht klang, als ob es ein Mensch nachmachen koennte. Christian sieht sich erschrocken zu Frank T. um der ganz hinten laeuft. Der schluckt kurz und zuckt die Achseln. Wir stehen da und bewegen uns nicht. Alle halten den Atem an. Es ist nichts zu sehen! Ueberhaupt kann man nicht sehen aus Baeumen und Blaettern. Okay, das ist normal im Wald, aber man kann irgendwie auch gar nicht weit sehen. Wo auch immer das Geraeusch her kam, es ist un moeglich zu sagen ob es einen Meter neben einem her kam oder 20 Meter. Es bruellt nochmal. Und es klingt eindeutig angepisst! Nicht gut. Wir suchen und sehen nix. Das Bruellen klingt eindeutig als waere jemand auf uns sauer. Vier fast ausgewachsene Maenner haben ploetzlich die Hosen voll. Ich habe schon oft Baeren in Kalifornien gesehen, aber wenn ich so drueber nachdenke, habe ich noch nie einen gehoert. Wir wissen nicht was es ist, aber es will nicht das wir hier sind! Wir laufen nun zuegig weiter, immernoch einen Klos im Hals. Vielleicht war es doch ein Puma? Es dauert nicht lange und es kommt uns ein Paerchen entgegen. Wir warnen sie zunaechst auf Englisch, dass da vermutlich ein Baer ganz in der Naehe ist. Wir merken dass die beiden Deutsche sind und warnen sie nochmal auf deutsch. Sie sehen nicht ganz gluecklich aus ueber die Botschaft, bedanken sich aber.Wir fragen uns wo die beiden eigentlich hin wollen. Es wird langsam dunkel und es sind noch mindestens 4 Stunden bis zum naechsten Campingplatz. Wir schlagen ihnen vor, zur Not am Zugangspunkt B die Nacht zu verbringen. Dort gab es zwar kein Wasser aber einen kleinen Platz, gross genug fuer ein Zelt. Kaum sind die beiden weg, meint Ralf: die hatten gar keine Wanderstoecke! Hmm...die sahen nun auch nicht gerade super fit aus, aber scheinbar sind noch Leute unterwegs, die noch schlechter vorbereitet sind als wir!
Da liegt es - das Ding aus dem Wald
Irgendwann erreichen wir Kilometer 70, wo es nochmal einen Kilometer recht anspruchsvoll hinauf und hinunter zum Strand geht. Es ist schon recht voll, wir finden aber noch einen Plazt fuer unsere drei Zelte.
der letzte Zelplatz
Am Trasher Cove Campground
Ralf geniesst...na ihr wisst schon
Das Abendbrot wird vorbereitet
Das Wasser haben wir wohl gerade rechtzeitig von einem kleinen Pool am Ende des Strandes geholt, denn kaum waren wir dort kamen zwei Ost-Kanadierinnen an um sich mit Seife im Nachbarbecken zu waschen. EIgentlich wollten sie zum letzten Tuempel. Guten Appetiet!
Trasher Cove
es bleibt noch etwas Zeit fuer einen kleinen Ausflug. Wir wollen sehen, wie man hier haette am Strand wandern koennen.
wir kommen nicht weit, die Flut ist zu hoch
wir sehen noch ein paar Seeotter
Zeit zurueck zu gehen.
Sonnenuntergang am Trasher Cove
das letzte Lagerfeuer
9 spannende und anstregende km heute geschafft.
Vom Zeltplatz aus sehen wir schon die Lichter von Port Renfrew. Die Zivilisation hat uns bald wieder. Nun sind wir soweit gekommen, wir hoffen das wir auch den letzten Tag unverletzt ueberstehen.