5:45 Uhr - wir muessen los um rechtzeitig beim Bus zu sein
Der Urlaub beginnt so, wie Ralf es sich gewuenscht hat: der Wecker klingelt um 5:00 AM und wir quaelen uns aus den Betten. In Zelle 37K ist es wichtig, dass nicht alle Personen gleichzeitig aufstehen. Auch muss man daran denken, dass die Zimmertuer noch nach innen aufgeht! Die 136 US$ pro Zimmer und Nacht sind gut angelegt.
Frank T. sieht trotz der fruehen Stunde und fehlender Kreditkarte gut gelaunt aus
Wir sind nicht die einzigsten Verrueckten die so frueh aufstehen lassen um sich zum Schlamm fahren zu lassen
Der Bus fuellt sich langsam.
Sein Gepaeck gibt man direkt beim Fahrer ab, der hinten am Bus steht und die schweren Ruecksaecke entgegennimmt um sie entsprechend der Zielhaltestelle geordnet abzulegen. Die meisten Hiker wollen zu einem der West Coast Trail - Trailheads (Einstiegspunkte), also Port Renfrew im Sueden oder - wie wir - Pachena Bay im Norden. Zu unserer Ueberraschung ist der Fahrer Mr. White von Breaking Bad persoenlich. Er hat also eine neue Geldwaesche in Form einen Shuttlebus etabliert. "Name and Destination!" ruft er mir zu. Er ist immernoch sehr muerrisch. Ich versuchs trotzdem und sage "Wutschke, Waikiki Beach". Er sucht ne Weile und brummt dann: "Wutscheck. Got it! Destination?". "Waikiki Beach." Jetzt guckt er mich das erste mal an. Er sieht ein wenig aus, als wuerde er einen bunten Wurm studieren, bevor er ihn zertritt. Ich denke es ist besser auf dem Trail zu verenden als von Mr. White erschossen zu werden und beschliesse auf weitere Scherze zu verzichten. "Just kidding! Pachema Bay please!". Kein Laecheln, gar nichts. Mr. White ist ein Morgenmuffel!
Mr. White faehrt uns zum Trailhead.
Irgendwann sind (fast) alle gemeldeten Wanderer eingestiegen und es geht los. Ich koennte schwoeren, der Bus qualmt leicht blaeulich als er anfaehrt. Die Fahrt bis zum suedlichen Trailhead zieht sich hin, meistens geht es eine gewundene Strasse entlang durch Wald. Alle doesen vor sich hin und versuchen noch etwas Schlaf nachzuholen. Spaetestens nach dem Mr. White eine Notbremsung fuer ein Reh macht, sind alle angeschnallt.
Kaffeepause irgendwo in der Naehe von Port Renfrew
Nach 2 Stunden haelt Mr. White vor einer Blockhuette und meint, hier koennten wir Pause machen. Er muesste noch was erledigen und waere gleich zurueck. Ich denke er hat einen Deal mit der Inhaberin. Ich bestelle eine heisse Schokolade. Die kostet fast 5 CAD und koennte ein paar Spuren von Kakao enthalten haben, ich bin mir aber nicht ganz sicher.
Irgendwann laden wir dann die Wanderer aus, die den Trail von Sueden aus angehen wollen. Die drei redegewannten aelteren Damen direkt vor uns bleiben aber sitzen und scheinen sich schon darauf zu freuen mit uns gemeinsam zu wandern.
Mr. White prueft ob noch alles festgeschraubt ist
Eine Stunde spaeter gibt es nochmal eine Pause. Waehrend Mr. White unter die Motorhaube schaut, spendiert Frank W. eine Runde Eis. Der letzte Luxus fuer die naechsten 8 Tage, soviel steht fest.
Nach dem Eis gibt es keinen Strassenbelag mehr! Die Fahrt ist eine einzige Folter! Und dass nochmal drei Stunden lang! Wir fragen uns wie Mr. White ddas jeden Tag zwei Mal durchhaelt! Aber er war ja Chemielehrer...
Endlich haben wir es geschafft. Die Schotterpisten im Niemandsland nehmen doch noch ein Ende. Wir steigen aus und sind jetzt schon voellig fertig. Es ist sau-kalt im Wald, obwohl irgendwo da oben die Sonne scheint.
Das Leben aus dem Rucksack beginnt
Das Permit fuer den Trail bekommt man erst nach einer Einweisung durch die Ranger. Diese soll um 2 PM stattfinden.Wir ueberbruecken die Zeit damit uns die erste Tuetennahrung aufzukochen.
Mittag aus der Tuete
Rangerin Andrea erzaehlt uns eine Stunde lang wie wir den Trail gesund wieder verlassen koennten
Ehrlich gesagt, dachte ich ja, dass eine Stunde ziemlich uebertrieben ist und die Uhrzeit 2 Uhr Nachmittags auch nicht gerade nett, denn es wird ja dringend empfohlen nur auf ausgewiesenen Campgrounds zu uebernachten. Und der erste Campground ist immerhin 14 km vom Trailhead entfernt. Aber die Zeit vergeht wie im Flug. Wir verstehen nicht alles, aber das wichtigste dann doch. Hier eine kurze Zusammenfassung:
- Feuer nur am Beach
- Trinkwasser nicht ueberall verfuegbar, also man soll sich ueberlegen wo man was mitnimmt
- Nicht im Indianergebiet campen
- Essen immer in die Bearboxes oder mindestens 7m hoch haengen
- Unbedingt die Gezeiten-Tabellen beachten wenn am Strand gewandert wird
- einige Teile des Weges sind mit alten Bruecken und Leitern ausgestattet welche schon verrottet sind, also aufpassen was man benutzt
- Flussueberquerungen nur bis Knietiefes Wasser
- an Seilbahnen nicht am Laufseil festhalten
- Seilbahn immer nur eine Person pro Fahrt
- keine Gruppenfotos auf Bruecken
- beim Zelten am Strand nicht zu nah ans Wasser
- bei Erdbeben innerhalb von 20 min 20 Meter hoch laufen
- zelten und wandern nur auf eigene Gefahr
- Verletzte nicht allein zurueck lassen
- puenktlich an den Faehren sein, sonst muss man bis zum naechsten Tag warten
- bei Unfallen versuchen bis zum naechsten Campground oder wenigsten Strand zu kommen
- nicht genug Essen ist kein Grund fuer eine Evakuierung
- Baeren wurden jeden Tag gemeldet, vor allem im noerdlichen Teil
- keine Baerenbabies streicheln oder hochheben
- Woelfe vor zwei Wochen, vor allem im mittleren Teil
- Pumas sind selten aber auch gefaehrlich
- Baeren platz geben
- Woelfe oder Pumas verscheuchen, Steine werfen, nebeneinander stellen etc.
Sie entlaesst uns mit dem Hinweis das wir uns nicht verletzen sollen. Sie ueberlegt kurz und meint, dass es gestern zwei Evakuierungen gab: Ein gebrochenes Handgelenk und eine ausgekugelte Kniescheibe. Viel Spass! Wir muessen noch unterschreiben, dass wir im Schadensfall keine Ansprueche gegen den Nationalpark erheben und bekommen das Permit, welches gleichzeit Ticket fuer die beiden von den Indianern durchgefuehrten Faehrfahrten sind.
Wolfwarnungen im Ranger Office

Ralf freut sich auf den Zoobesuch
Kurz nach 15 Uhr sind wir soweit. Einige Wandergruppen wollen heute noch loslaufen, andere noch eine Nacht hier bleiben und morgen los. Es ist fuer morgen Regen angesagt, also wollen wir lieber gleich noch los und ein Steuck schaffen bevor die Sauerei los geht. Davon mehr im naechsten Post.











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