Sonntag, 8. Oktober 2017

Tag 2 - Here comes the Rain

Leichte angenehme Musik erklingt. Ich hoere wie die Fruehstuecksteller auf den Tisch gestellt werden. Es riecht nach frischen Broetchen und Fruehstueckseiern. Die Morgensonne fuehlt sich angenehm warm an auf dem Gesicht. Ich blinzel vorsichtig gegen sie Sonne und freue mich schon auf das Fruehstueck. Nochmal strecken, das tut so gut! Und dann...klatscht mir was kaltes Nasses ins Gesicht! Ich schrecke hoch und mir klatscht nochmal was eiskaltes ins Genick. Ich krieg die Augen ploetzlich auf und stelle fest, dass ich in einem Alptraum gefangen sein muss. Denn statt in meinem Bett liege ich zitternd in meinem Schlafsack. Die Haende sind steif vor Kaelte, ich krieg kaum den Reissverschluss zu fassen. Ich muss mich bewegt haben im Schlaf und gegen die Zeltplane gekommen sein. Mein Gesicht und der Schlafsackkragen sind nass. Regenwasser oder Kondenswasser auf der Innenseite des Zeltes tropft weiter auf meinen Schlafsack. Mann, ist das kalt! Es ist 6:30, nicht sehr hell, das heisst nichts Gutes! Ich mache vorsichtig die Reisverschluesse vom Zelt auf und kriege noch eine kalte Dusche. Na klar, der Himmel ist voller Wolken. Aber es regnet nicht. Noch nicht. Na immerhin. Kann mich jetzt bitte jemand wecken?




Am Morgen von Tag 2 - Schlafsaecke sind zum trocknen aufgehaengt


Die Anderen sehen auch aus, als haetten sie gefroren. Ich wuensche Ralf einen "Guten Morgen!" und frage ihn, wie er seinen Urlaub findet. Er antwortet wieder mit Zeichensprache. Mir geht es jetzt etwas besser.Wir holen Wasser und und kochen Tee und ein leckeres Fruehstueck. Ich entscheide mich fuer "Bisquit with Gravy". Ich kriege selbst jetzt beim Schreiben einen Wuergreiz. Hauptsache warm.



Schnell die Zelte abbauen, bevor es anfaengt zu regnen

Irgendwie sind wir die Letzten die los laufen. Naja, wer spaet kommt, darf auch etwas laenger bleiben...



Es regnet. Auf in den Tag 2




Die erste Flussueberquerung steht an. Aufgrund der Trockenheit in den letzten Tagen brauchen wir nicht waaden, sondern springen geschickt von Stein zu Stein.





Trocken ueber den Bach, aber trotzdem ab jetzt voellig durchnaesst. Da fuehlt sich die Kaelte gleich noch toller an.






Ralf geniesst seinen Urlaub






Low Tide - Ebbe

Ab KM 14 hat man die Wahl, ob man den Regen in grossen Tropfen von den Baeumen abbekommen will, oder lieber schoen von vorn ins Gesicht. Wir entscheiden uns fuer die Variante am Strand. So langsam zeigt sich, dass sich die 70 Muecken fuer die Wanderstoecke gelohnt haben (ein gewisser Fingerakrobat musste sogar die Karbonversion fuer 140$ nehmen)! Die Felsplatten am Strand sind von den Algen schoen glatt. Es kann nur eine Frage der Zeit sein, bis man seinen Einfluss auf die Kniescheiben-Re-Orientierungs-Statistik geltend macht. Trotzdem haben wir unser ausgiebiges Fruehstueck gut getimed, denn lieber auf den glitschigen Felsplatten ausrutschen als sich im lockeren Kieselsand den Wolf laufen. Ausserdem passieren wir die erste Stelle, an welcher man nur bei niedrigem Wasserstand den Strand entlang kann, ohne Probleme.






Mittlerweile hat es aufgehoert leicht zu regnen - es ist eher wie in der Waschanlage




Wir ueberlegen, ob es Zeit ist aufzugeben.


Hilflos suchen wir den Horizont ab. Ein deutlicher Wetterwechsel scheint in den naechsten 10 Stunden nicht sehr wahrscheinlich. Aber wir sehen eine der Guardian Cabins ganz in der Naehe. Die sind fuer die Arbeiter, welche die Wege in Schuss halten sollen. Ein grosser Magnet zieht uns ploetzlich dort hin. Die Tuer ist nicht verschlossen. Frank W. kommt mit aufgesetzen Rucksack erst im neunten Versuch durch die Tuer. Leider hat Ralf vor lachen den Ausloeser auf der Kamera nicht gefunden.




kurze Pause in der Arbeiterhuette

Waehrend wir noch ueberlegen, ob wir hier drin sein duerfen liegt Christian schon auf einer der Baenke und schlaeft. Die Huette sieht aus, als waere gerade eben noch jemand hier gewesen. Es liegen zwei nasse Rucksaecke da. Auch ein paar Schuhe und Socken. Nun da wir einmal drin sind, bleiben wir auch und ueberlegen weiter ob wir hier drin sein duerften.




Zustandsueberpruefung Tag 2: mindestens ein Urlauber lacht nicht mehr. Ralf liebt Urlaub, Frank W. hat Hunger, Christian will heute noch zu einer Party, Frank T. hat seine Kreditkarte noch nicht gefunden


Wir ueberlegen noch knapp 2h ob wir hier drein sein duerfen waehrend es draussen schuettet. Einige andere Wanderer tauchen auf, einige ueberlegen ob sie rein duerfen aber keiner traut sich. Dann taucht jemand mit einer Warnweste auf. Wir ahnen es sind die Arbeiter. Wir schliesen unsere Ueberlegungen ab und ziehen unsere nassen Sachen wieder an. Unterdessen sind die zwei an der Huette angelangt. Sie zerhacken uns nicht, sondern warten brav draussen im Regen bis wir alle draussen sind.Wir tauschen noch ein paar freundliche Worte aus, erkundigen uns nach dem Wetterbericht und laufen langsam weiter. Ab hier geht es wieder in den Wald. Es schuettet nicht mehr ganz so doll, wir nehmen das als ein gutes Zeichen.


Wandern im Dauerregen



Der Wasserfall hat sich sicher im Regen gebildet



Es gibt wieder jede Menge Leitern. Schoen glatt.



Ralf liebt die Leitern! Besonders die Hohen.




Spass im Regen



Frank hat die Bruecke kaputt gemacht




Mud Pools


Der Regen hoert dann doch noch auf. Vermutlich weil alle Wolken erfolgreich ueber uns ausgewrungen wurden. Dafuer steht das Wasser jezt schoen zwischen den Wurzeln.



Wieder mal zeigt sich dass der ungewollte Kauf der Wanderstoecke ein Gluecksfall war.



Eine alte Dampfmachine. "Donkey Engine" am km 19.





Am KM 20 sind wir zurueck am Strand.


Kaum zurueck am Strand kommt die Sonne zurueck. Es wird sofort richtig warm. Zeit die Klamotten zu trocknen und ein paar Muesliriegel zu essen.




Christian macht es sich bequem. Ist sicherlich angenehmer als die Nacht im Zelt.





Ralf hat was gefunden. Den muss er aber selber tragen!





Pause am Trestle Creek



Schokolade aus Deutschland. Aufgefressen in Kanada.




Die Tide ist wieder mit uns. Die letzten drei km geht es wieder am Strand entlang.




Wir versuchen wieder viel auf den Felsplatten zu laufen und kommen gut voran



Blick zureck. Die Felsplatten bei Ebbe.




Der Strand ist auch bei Ebbe voller Leben. Ueberall laufen Krabben umher, schwimmen Fische in den Ritzen und Pools und alles ist uebersaeht mit Muscheln.




Wandern am West Coast Trail heisst klettern am Strand





Das Stueck ist nur bei Ebbe passierbar





Immer weider jede Menge Moewen




am Tagesziel. Klanawa River.




hier liegt jede Menge Feuerholz rum




wir sind rechtzeitig da, um unsere Sachen halbwegs trocknen zu koennen, bevor die Sonne untergeht.



Abendbrot.




Es wird schnell kuehl als die Sonne weg ist, aber Frank T. macht sie Heizung an.




heisser Tee am Lagerfeuer - Outdoor-Romantik pur




Die nassen Socken und Fuesse trocknen

Der Tag hatte uebel angefangen. Die Sonne am Nachmittag hat uns aber wieder Kraft gegeben. Die sechs Stunden Regen haben uns gezeigt, dass der ganze Trip schnell Horror werden kann, wenn das Wetter nicht stimmt. Der Indianer an der Arbeiterhuette meinte aber, dass es nur zwei Tage Regnen soll und der Rest der Woche ok waere. Wir hoffen einfach das er recht hat. Die Socken am Feuer zu trocknen, war dann doch keine gute Idee. Ab jetzt stinken sie bestialisch.















Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen