Alles ist besser als so eine Nacht, also Schlafsachen ausziehen und die Sachen von gestern anziehen. Um genau zu sein, sind es immer noch die gleichen Sachen von Freitag. Gestern war ich noch der Meinung, dass es nicht sonderlich schlimm war die Socken nochmal anzuziehen. Nach dem missglueckten Versuch die nassen Socken gestern am Feuer zu trocknen, bekomme ich Zweifel ob ich die Socken ueberhaupt anfassen sollte. Sie sind nicht trocken geworden, dafuer breitet sich ein Geruch von Eau-de-West-Coast-Trail aus. Ich ueberlege meine Ersatzsocken einzuweihen. Doch auch meine Stiefel sind innen nass und kalt. Ich denke Stiefel und Socken werden sich geruchsmaessig weiter gut verstehen und spare mir die sauberen Socken fuer einen Tag, an dem die Stiefel nicht nass sind. So jetzt aber raus und Wasser warm machen, denn Hunger klappt immer.

Tag 3 beginnt
Es ist kalt, aber es regnet nicht mehr! Es koennte also schlimmer sein, was irgendwie zum Motto dieses Urlaubs wird. Und siehe da, es wird schlimmer:

eine Zeltstange ist rausgerutsch
Puh, Glueck gehabt! Das Aussenzelt ist noch ganz! Es koennte also schlimmer sein. Und es wird schlimmer:

eine Zeltstange ist gebrochen - schon in der zweiten Nacht

zwei IT Leute versuchen was zu schmieden
Bug-fixing ohne Tastatur. Schnell steht fest, dass wir es erfolgreich schlimmer gemacht haben. Jetzt helfen nur noch die Wunderwaffen!

ein Duct-Tape-Carrier

Und Kabelbinder
Fast wie neu! Haelt genau zwei Minuten das Wunderwerk. Die Kabelbinder kommen wieder ab, dafuer doch eine Reparaturhuelse zum Einsatz. Davon haben wir genau zwei Stueck mit. 50% sind also schon verbaut. Na, es koennte schlimmer sein! Und es wird schlimmer:

Maeusekacke in Christians Teebecher
Na Guten Appetit! Irgendwie zieht Christian die Maeuse an. War da nicht was mit einem Toaster? :) Wie die da rein gekommen sind ohne den Becher umzuwerfen ist uns nicht klar, aber wir entwerfen eine Theorie:

These zum Tat-Hergang

Christian ist bereit zum Wasser holen

6 Liter sind zu pumpen.

Ralf haelt schon mal den Loeffel hoch

es ist angeruehert - Mahlzeit
Christian kommt heute ohne Teebeutel aus. Beim Fruehstueck hat man eine Quote von 2:1 auf das Erraten was der Nachbar ist. Nur Frank T. ist immer Nuesse. Seine Kreditkarte macht ihm zu schaffen! Jedenfalls haben Ralf, Christian und Frank W. Trockenfutter aus Oregon gekauft. Zum Fruehstueck gibt es entweder "Bisquits and Gravy" (Uebersetz: "Klumpen im Schleim") oder "Breakfast Skillet" (Uebersetz: "Synthetisches Rueherei"). Naja, koennte schl...nein ich sag es lieber nicht.

Zustandsueberpruefung am Tag 3. Irgendwie sehen wir bereits jetzt schon nicht mehr ganz frisch aus
Waehrend alle anderen Wanderer bereits ihre Zelte abgebaut haben und sich am naechsten Zeltplatz um die besten Plaetze streiten, packen wir zusammen und machen uns auf in den Tag 3.

wir sind jetzt bei km 23.
Heute steht das groesste Stueck an, 19 km, da wir in den Bereich kommen, der den Indianern gehoert und man dort nicht frei campen darf.
Die Nacht hat es so stark geregnet, dass der kleine See vor der Steinduene aufgebrochen ist, und der Klanawa River wieder ins Meer fliesst. Wir muessen also das erste mal eine Seilbahn nehmen um auf die andere Seite zu kommen. Ich darf zuerst, um Fotos zu machen.

Frank T. ueberquaert den Klanawa River

Ab der Mitte wird es recht anstrengend. Wir sind froh die Handschuhe dabei zu haben.

Alle drueben

Blick von der Seilbahn Richtung Meer

zurueck im Wald - heisst zurueck im Schlamm

Der Regen der letzten Nacht hat den Weg schoen aufgelockert

Zurueck am Strand

Tsusiat Falls

Unser Outdoor-Model Ralf faengt an zu posen.
Zeit fuer eine Pause am Wasserfall. Eigentlich wollten wir hier mal duschen, aber es ist zu kalt. Statt dessen wird es Zeit fuer das Mittag. Das Wasser sieht nicht sehr sauber aus, doch keiner von uns hat Lust nochmal die Leitern wieder hoch in den Wald zu laufen.

Wir pumpen Wasser waehrend die Moewen drin baden

Wenn die Moewen hochschrecken sehen wir, dass sie nicht nur baden sondern auch was fallen lassen

Ralf freut sich schon drauf, einen grossen Schluck aus der Flasche zu nehmen

trotz Filter sieht das Wasser fast aus wie Fanta

wir haben genug Moewen in unser Wasser kacken sehen und machen das wir weg kommen

Die Kueste sieht toll aus hier, leider zieht sich der Himmel weiter zu

Ralf geniesst den Urlaub

Frank T. hat schon mal den Regenschutz aufgesetzt

In der Ferne ist Tsusiat Point zu sehen. Eine Hoehle die bei Ebbe passierbar ist.

wir sind etwas zu frueh dran - die Wellen schwappen noch ordentlich in die Hoehle

aber umkehren ist keine Option
Es ist soweit: Ralf dreht durch. Schlafmangel und Moewenwasser haben ihm den Rest gegeben

Frank T. sucht lieber nach der Nordpassage

Frank T. ist durch. Und durch die Hoehle ist er auch.

wir finden noch eine Umkleidekabine

auf der anderen Seite

Abenteurer im ganz wilden Westen

Panorama mit Kamerauebergabe

winkt der oder versucht der Ralfs Lieblings-Finger-Geste nachzumachen?

Noch 1 km bis zu Winnetou
Wir muessen einsehen, dass wir die Faehre nicht mehr schaffen und wie 90% aller anderer Hiker den Indianern einen Zeltplatz abkaufen werden.

Ralf geniesst seinen Urlaub
Seit wir uns mit dem Gedanken befassen, bei den Indianern uebernachten zu wollen, hoert man Ralf wieder vom Fass ohne Boden sprechen. Winnetou gibt uns die Wahl zwischen einem mit Holzofen beheizten Partyzelt oder einer neuen Holzhuette mit noch nicht angeschlossener Heizung. Beide Optionen fuer 90CAD. Das Zelt sieht extrem einfach aus, und Feuerholz muss man auch selber sammeln.

Wir nehmen die Holzhuette und versuchen erfolglos unsere Sachen zu trocknen

Ralf sieht das erste mal in diesem Urlaub gluecklich aus
Fliessend Wasser gibt es auch, und zwar unten am Bach. Wir sind aber mit dem Timing zu frieden, denn aber morgen soll das Wetter wieder besser werden. Unser Abendbrot kochen wir auf der nicht angeschlossenen Heizung.

Statt 19 km nur 7 km heute geschafft.
Wir freuen uns auf morgen, denn dann kommen wir an die Faehre, an welcher Winnetous Freunde frischen Fisch verkaufen sollen.
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